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Angepinnt Gamecube, Wii und Wii U: Überblick der Videoausgabe- und Aufnahmemöglichkeiten

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    • Gamecube, Wii und Wii U: Ãœberblick der Videoausgabe- und Aufnahmemöglichkeiten

      Der Gamecube bietet über zwei Ausgabeschnittstellen eine Vielzahl an möglichen Ausgabesignalen. Dieses Thema soll Klarheit bringen, für welchen Einsatzzweck die jeweiligen Lösungen am besten geeignet sind.
      Wii und Wii U weichen hier leicht ab. Informationen zur Wii sind blau und gelten auch für die Wii U. Wii-U-exklusive Informationen sind orange.

      Die Ausgänge des Gamecubes
      Die erste Gamecube-Version DOL-001 besitzt einen digitalen Audio-Video-Ausgang, der bei der späteren Version DOL-101 entfernt wurde. Hier ein Vergleich; links DOL-001:


      Der Analog-Ausgang bietet folgende Signale: Composite-Video, S-Video, RGBs-Video, Analog-Audio.
      Der Digital-Ausgang hingegen sendet Component-Video und Digital-Audio.
      Wii+U: Der Multi-AV-Ausgang sendet Composite-Video, S-Video, RGBs-Video und Component-Video¹.
      Wii U: HDMI sendet HDMI. (Die Wii U hat zusätzlich den gleichen Multi-AV-Ausgang wie die Wii.)

      Ausgabemodi
      Der Gamecube hat zwei Ausgabemodi; interlaced und progressiv. Der Gamecube berechnet intern immer 60 Frames pro Sekunde, die jedoch nur im Progressivmodus auch so ausgegeben werden. Beim Interlaced-Modus hingegen wird bei jedem Frame jede zweite Zeile gelöscht, um Bandbreite zu sparen. Für Röhrenfernseher ist diese Technologie sehr gut geeignet, für LCDs hingegen nicht; das wird jedoch spätestens dann relevant, wenn die Videos auf Youtube gelangen, hier sehen Videos, die nicht deinterlaced wurden, sehr unschön aus.
      Auf NTSC-Konsolen wird automatisch gefragt, ob der Gamecube in den Progressivmodus wechseln soll, wenn ein Kabel in die Digitalschnittstelle gesteckt ist. Bei PAL-Gamecubes wurde diese Abfrage durch die 60-Hertz-Abfrage ersetzt; der Progressivmodus ist zwar vorhanden, aber nicht verfügbar. Durch einen Modchip kann dies umgangen und der Progressivmodus auch auf PAL-Konsolen erzwungen werden. Dieser Modchip muss an die Hauptplatine des Gamecubes gelötet werden. Soweit ich weiß gibt es drei Modchips, die 480p auf PAL-Gamecubes ermöglichen: Qoob Pro, Wiikey Fusion und Wasp Fusion. Die letzteren beiden verwenden die gleiche Hardware und sind deutlich schwieriger einzulöten als der Qoob Pro, ermöglichen es einem dafür, Melee direkt von einer SD-Karte zu laden, wodurch abgewandelte Spieldateien geladen werden können, und das auch noch mit deutlich geringeren Ladezeiten.
      Im Interlaced-Modus sind auf PAL-Geräten alle Videosignale aktiviert – Composite-Video, RGB-Video und Component-Video.
      Im Progressiv-Modus ist einzig und allein der Component-Video-Ausgang aktiv, und zwar im Format 480p60, YCrCb-kodiert. Ãœber den Analog-Port ist nur das Audio aktiv.
      Bei Multi-AV kann zwischen drei Signalmodi gewechselt werden: RGBs+CVBS, S-Video+CVBS, Component. Zwei Ausgänge zur gleichen Zeit sind nur mit RGBs (SCART) + CVBS möglich. 480p muss bei PAL-Gamecubespielen ebenfalls mit Fremdsoftware erzwungen werden.
      Ist der HDMI-Ausgang der Wii U aktiv, ist Multi-AV komplett deaktiviert. Man kann also nicht mit HDMI aufnehmen und über analoge Ausgänge spielen.

      Auflistung der Signale nach aufsteigender Qualität
      1. Composite-Video (CVBS bzw. deutsch FBAS)
      Das ist das weitaus meistverwendete Signal. Es ist in den beiden Formaten 480i60 (480 Zeilen, 60 Halbbilder pro Sekunde) und 576i50 (576 Zeilen, 50 Halbbilder pro Sekunde) verfügbar. Um den 60-Hertz-Modus zu aktivieren, muss nach dem Start von Melee die Abfrage, die durch Halten des B-Knopfs erzwungen werden kann, bejaht werden.
      Bei Composite-Video wird die gesamte Bildinformation über ein einziges Kabel übertragen, entsprechend sind die Farbübergänge recht unscharf im Vergleich zur getrennten Übertragung. Composite-Video ist YUV-kodiert.

      Mögliche Steckerformate: Einerseits das Standard-RCA-Kabel, das bei jedem Gamecube beiliegt und zusätzlich auch Stereo-Audio überträgt; andererseits das RF-Modulatorkabel, das Composite-Video und Mono-Audio in einem einzigen Antennenkabel bündelt.
      Übertragungsqualität: 2/10 bei Verwendung des RCA-Kabels; 1/10 bei Verwendung des RF-Modulatorkabels.
      Empfehlung: Die Anschaffung eines RF-Modulators ist sinnvoll, wenn dein Fernseher keinen anderen Eingang hat, oder, wenn du Melee-Gameplay aufnehmen möchtest und bereits eine TV-Karte mit Antenneneingang besitzt und möglichst wenig Geld ausgeben möchtest.
      Das RCA-Kabel ist nur zu empfehlen, wenn dein Fernseher über keinen besseren Eingang verfügt.
      Bei der Wii über Multi-AV verfügbar.

      2. S-Video
      S-Video ist auf PAL-Gamecubes deaktiviert. Auf NTSC-Gamecubes ist es das beste verfügbare analoge Signal. Da NTSC-Gamecubes keinen 50-Hertz-Modus bieten, ist S-Video nur im Format 480i60 verfügbar. Es ist, wie Composite-Video, YUV-kodiert; allerdings wird das Bildsignal hier in Chrominanz und Luminanz aufgeteilt, was eine merkliche Bildverbesserung zur Folge hat.
      Bei NTSC-Wiis über Multi-AV verfügbar.

      Übertragungsqualität: 3/10.
      Empfehlung: Falls du einen NTSC-Gamecube hast, ist dieses Kabel in den meisten Fällen die beste Wahl.

      3. Analoges RGB-Video über SCART (RGBS 480i60)
      Dieses Signal ist für die Verwendung mit Röhrenfernsehern optimal. Anders als Composite- und S-Video wird das Bild nicht in Helligkeit und Farbton geteilt; stattdessen werden drei Einzelbilder der Farben Rot, Grün und Blau übertragen. RGB ist, wie Composite, sowohl in 576i50 als auch in 480i60 verfügbar.

      Mögliche Steckerformate: Es gibt reine SCART-Kabel, z.B. das Original von Nintendo, und SCART-Kabel, die auch über einen Pinout-Abschnitt für Composite-Video und Stereo-Audio verfügen. Diese sind zum Aufnehmen sehr gut geeignet und auch recht günstig. Es gibt verschiedene Hersteller, hier z.B. eines um 10 Euro.
      Übertragungsqualität: 6/10. Die Schärfe des Bildes ist top, nur leider eben auch nur interlaced. Auf Röhrenfernsehern stört das kaum, auf Flachbildschirmen hingegen sehr.
      Empfehlung: Wenn dein Fernseher einen RGB-fähigen SCART-Anschluss besitzt, sollte dieses Kabel ein Pflichtkauf sein.
      Bei PAL-Wiis über Multi-AV verfügbar. Bei SCART-Kabeln, die zusätzlich die gelb-weiß-roten Buchsen besitzen, wird ebenfalls über diese Bild und Audio ausgegeben.

      4. Component-Video im Interlaced-Modus (YPbPr 480i60)
      Dieses Signal ist qualitativ nahezu identisch mit RGB, allerdings anders kodiert: Statt RGB wird die YPbPr-Kodierung verwendet, die YUV überlegen ist. Sie wird in ähnlicher Form auch z.B. bei HDMI verwendet und ist im Vergleich zu RGB platzsparender. Auch dieses Signal ist sowohl im Format 576i50 als auch in 480i60 verfügbar.

      Mögliche Steckerformate: Das original Nintendo RCA-Kabel. Es ist so teuer, weil es einen Chip enthält, der das digitale YCbCr-Video zum analogen YPbPr umwandelt. Dieser Chip enthält auch nicht verwendete Pins für digitales Audio sowie VGA-kompatibles RGB und kann recht einfach zu einem VGA-Kabel umgebaut werden.
      Alternativ gibt es auch das original Nintendo D-Terminal-Kabel, das ebenfalls YPbPr überträgt. Allerdings ist dieser Anschluss nur an japanischen Geräten verfügbar; damit ihr dieses Kabel verwenden könnt, müsst ihr entweder noch einen D-Terminal→Component-Adapter kaufen (ca. 15€ bei Solaris Japan oder das Kabel zu VGA umbauen (ziemlich einfach, braucht aber ein paar Stunden Arbeit).
      Übertragungsqualität: 6/10. Wie RGB, allerdings nicht mit Röhrenfernsehern kompatibel (von sehr wenigen und seltenen Ausnahmen abgesehen).
      Empfehlung: Dieses Format hat wenig praktische Verwendung, der einzige Einsatzzweck, für den es gut geeignet ist, ist die Aufnahme von Gameplay, da die Qualität doch ein Stück besser als Composite-Video ist und USB-Grabber schon um 20€ erhältlich sind (siehe Recording).
      Bei allen Wiis verfügbar, allerdings nicht parallel zu irgendwelchen anderen Videosignalen.

      5. Component-Video im Progressiv-Modus (YPbPr 480p60)
      480p60 – die beste Auflösung, die der Gamecube zu bieten hat, benötigt ca. 6 mal so viel Bandbreite wie CVBS. Die Bildqualität ist hervorragend, allerdings gibt es nur sehr wenige Monitore bzw. Fernseher in Europa, die dieses Signal ohne Verzögerung darstellen können (z.B. die Referenzmonitore Sony PVM-20L5 und PVM20M7MDE, gehen gebraucht meist für 100-200€ weg).
      Alternativ kann man HDMI/DVI/DP-Konverter kaufen, die man an einen LCD-Monitor anhängen kann. Verlässlich ist hier der Avermedia Live Gamer Portable, kurz LGP (ca. 150€), der mit sehr geringer Latenzzeit HDMI ausgibt und zugleich per USB 2.0 an den Computer das Video liefert.

      Mögliche Steckerformate: Das original Nintendo RCA-Kabel. Es ist so teuer, weil es einen Chip enthält, der das digitale YCrCb-Video zum analogen YPrPb umwandelt. Dieser Chip enthält auch nicht verwendete Pins für digitales Audio sowie VGA-kompatibles RGB und kann recht einfach zu einem VGA-Kabel umgebaut werden.
      Übertragungsqualität: 8/10.
      Empfehlung: Dieses Format ist perfekt zum Aufnehmen geeignet. Problematisch ist allerdings, dass man nur über teure Umwege auch lagfrei spielen kann.
      Bei allen Wiis verfügbar, allerdings nicht parallel zu irgendwelchen anderen Videosignalen.

      6. VGA im Progressiv-Modus (RGBHV 480p60)
      Hier wird das digitale YCbCr-Video zum analogen RGBHV konvertiert, das auf fünf getrennten Kanälen übertragen wird. Bei Component-Video werden die Kanäle Y (Helligkeit und Composite-Sync), Pb (Blau-Gelb-Abweichung) und Pr (Rot-Grün-Abweichung) verwendet, bei RGBHV sind es R, G, und B (Rot, Grün, Blau) und H (Horizontal Sync) sowie V (Vertical Sync).

      Mögliche Steckerformate: Das modifizierte VGA-Kabel um 90€. Bei Sammlungsauflösungen manchmal auch deutlich günstiger erhältlich (mit 30-60€ solltet ihr da ca. rechnen).
      Übertragungsqualität: 9/10.
      Empfehlung: Wenn ihr einen VGA-Bildschirm mit wenig Latenzzeit sowie Lautsprecher habt, ist dieses Kabel optimal.
      Mit diesem Kabel für 20€ auch auf Wiis verfügbar. Das VGA-Signal ist aber nicht vollständig und kann nicht mit VGA-Verteilerverstärkern verteilt werden. Daher kann nur auf einem VGA-Monitor gespielt werden, es sei denn man schließt ein RGB-Interface (z.B. Extron 164xi) dazwischen, das das Sync-Signal bereinigt.

      6. (Theoretisch möglich) Digitalausgang-zu-HDMI-Adapter bauen
      Hat noch niemand gemacht, sollte allerdings machbar sein. HDMI ist ebenfalls YCbCr-kodiert, somit bräuchte man wahrscheinlich nicht einmal einen Chip einzubauen.
      Übertragungsqualität: 10/10.
      Empfehlung: Wer sich zutraut, solch ein Kabel zu bauen, sollte es definitiv versuchen.
      Bei der Wii nicht möglich. Die Wii U hat von Haus aus einen HDMI-Ausgang.

      Recording – die Hardware

      Zum Aufnehmen von Composite-Video gibt es Unmengen an kostengünstigen Grabbern wie EZcap, allerdings sind viele Modelle nicht mit PAL60 kompatibel. Vor allem bei günstigen Fakes auf eBay sollte man vorsichtig sein und nur kaufen, wenn man sich sicher ist, dass das Gerät PAL60 unterstützt.

      EzCap Empia 2861
      Für 23$ inkl. Versand aus China wohl das günstigste Gerät, das verlässlich PAL60-CVBS aufnehmen kann, wie es die meisten von euch wohl verwenden. Liva hat Erfahrung mit diesem Gerät und bestätigt, dass es sowohl PAL60 als auch NTSC unterstützt – allerdings nur mit 30 fps!

      EzCap 116 / DC60+
      Ca. 31€ inkl. Versand aus UK, gleiches Chipset wie Empia 2861 (also auch nur 30 fps). Etwas teurer, dafür wohl schnellere Lieferung, weil aus UK statt China.

      StarTech PEXHDCAP (OEM Yuan SC-500)
      Mit 120€ ist diese interne PCIe-Videoschnittkarte wesentlich teurer, unterstützt dafür aber alle hochwertigen Videosignale, mit denen man Melee und Smash 4U spielen kann (YPbPr, VGA, HDMI). Die Aufnahmequalität über YPbPr ist ziemlich gut, hier ein Beispielvideo. VGA ist noch ein Stück besser, dafür habe ich aber noch kein Beispielvideo.
      Aufgrund der schnellen PCIe-Schnittstelle kann man mit dieser Karte unkomprimiert in RGB aufnehmen, was sonst professionellen Karten im 1000+€-Bereich vorbehalten ist; dafür ist diese Karte nur mit ATX-, µATX- und mini-ITX-PCs kompatibel – nicht mit Laptops.
      Diese Karte unterstützt 60 fps bei allen Eingängen.

      Avermedia Live Gamer Portable
      Preis: ca. 130€. Wird mit USB 2.0 an den Laptop oder PC angeschlossen und unterstützt YPbPr-480p sowie HDMI. Beides wird ohne spürbare Verzögerung als HDMI ausgegeben, wodurch sich diese Karte sehr gut dafür eignet, auf schnellen LCD-Monitoren zu spielen.
      Manche Streamer berichten von dem Problem, dass die Karte jeden tausendsten Frame kurz ein schwarzes Bild ausgibt. Bei Composite-Eingang sind nur 30 fps möglich, bei Component (YPbPr) hingegen 60 fps.

      elgato Game Capture HD
      Preis: ca. 145€. Ebenfalls USB 2.0, unterstützt wie der LGP HDMI und YPbPr, aber zusätzlich noch FBAS (das gelbe Videokabel wird hierfür in die rote Videobuchse gesteckt). Die Aufnahmequalität bei YPbPr entspricht ca. der der StarTech PEXHDCAP.
      Auch diese Karte gibt stets HDMI-Video aus. Von einem „schwarzer Bildschirm“-Problem o.Ä. habe ich bei dieser Karte noch nichts gehört; sie ist deshalb vielleicht eine etwas sicherere Wahl als der LGP. Bei Component sind 60 fps möglich, bei Composite weiß ich es nicht.

      Blackmagic Intensity Shuttle USB3
      Preis: ca. 180€, inzwischen schwer zu bekommen. Unterstützt CVBS, YPbPr und HDMI und zeichnet sich dadurch aus, dass sie 480p-YPbPr ohne merkliche Verzögerung in 480i-CVBS konvertieren kann, so dass man sowohl in 480p60 (somit 60 fps) aufnehmen, als auch auf einem gewöhnlichen Röhrenfernseher in 480i60 spielen kann. Auch eine Ausgabe in HDMI ist möglich, wie bei GCHD und LGP, so dass diese Karte auch für 480p-LCD-Setups geeignet ist.
      Die Schnittstelle macht leider manchmal Probleme, die bis zu Blue Screens gehen können. Nur bestimmte USB3-Chipsets unterstützen diese Karte perfekt – soweit ich weiß, sind es NEC/Renesas-Erweiterungskarten. Eine Liste der bisher getesteten USB3-Controller von Liva findet ihr hier.

      Micomsoft SC512N1/L-DVI (OEM Yuan SC-512)
      Die große Schwester der SC500 und in der Streamercommunity die Referenz schlechthin. Mit ca. 230€ etwas teurer als die anderen hier gelisteten Karten, dafür unterstützt sie alle Videoformate, die man sich nur wünschen kann, und schleift auch jeden davon haargenau und ohne Lag so durch, wie sie ihn erhält.
      Insbesondere auch für Wii-U-Streaming sehr gut geeignet (1080p60 ohne irgendwelche Probleme). Selbst, wenn ihr ausschließlich Melee streamen wollt, ist diese Karte eine gute Wahl, weil sie eben alle Video- und Steckerformate unterstützt. Abgesehen von Benny, Liva und Blayd wird aber wohl kaum jemand den hohen Anschaffungspreis in Kauf nehmen.
      Aufgrund der schnellen PCIe-Schnittstelle kann man mit dieser Karte unkomprimiert auch bei hohen Auflösungen in RGB aufnehmen, was sonst professionellen Karten im 1000+€-Bereich vorbehalten ist; dafür ist diese Karte nur mit ATX-, µATX- und mini-ITX-PCs kompatibel – nicht mit Laptops. Ausführliche Informationen sind von TheThrillness auf Englisch dokumentiert.
      Die SC512 unterstützt bei allen Eingängen 60 fps.

      [spoiler=Ältere und kaum noch verfügbare Geräte, die aber für manche Einsatzzwecke immer noch ganz gut sind]Pinnacle Video Transfer
      Dieses nette kleine Gerät ist eines von wenigen, die einen Prozessor eingebaut haben und somit keinen Laptop benötigen. Stattdessen steckt man einfach das Gerät an Strom und Gamecube an, schiebt einen USB-Stick rein und fertig. Es komprimiert Videos direkt in MP4 AVC (so ziemlich der effizienteste Video-Codec), welches von Youtube unterstützt wird. Beispiel-Videos findet ihr auf meinem Youtube-Kanal (Kadano1). Die Qualität ist mit maximal 30 fps zwar nicht top, aber für Youtube weitgehend ausreichend.
      Leider wird der PVT nicht mehr hergestellt und wird meistens um ca. 100€ verkauft, mit Glück kann man ihn aber in Second-Hand-Shops, in Kleinanzeigen o.Ä. für unter 60€ (damaliger OVP) finden.
      Wichtig ist, dass der verwendete USB-Stick eine ausreichende Schreibgeschwindigkeit besitzt, sonst kann es zu Desyncs kommen. Eine Verwendung mit externen Festplatten ist auch möglich, allerdings müssen diese mit FAT32 formatiert sein.
      Livestreams sind mit dem PVT natürlich nicht möglich. Für die meisten Leute ist der Avermedia LGP wohl eine bessere Alternative.

      Empia 28285 Component Grabber
      Dieses Gerät ist auf dealextreme um 16€ erhältlich und unterstützt Composite-, S- und Component-Video. Ich verwende es nur mit Component und bin damit zufrieden. Mit PAL60 habe ich es bisher nicht zum Laufen bringen können! Also nur geeignet, wenn ihr über Komponentenkabel (grün, rot, blau) aufnehmen könnt! Die Aufnahmequalität ist recht gut und unterstützt 60 fps bei 480i (nicht bei 480p! Dieses kann maximal mit 30 fps aufgenommen werden); für den Preis ist das Gerät sehr empfehlenswert, auch, weil die Treiberinstallation sehr einfach geht. Treiber: mediafire.com/?zr1cvc0n6t5fu5n
      Leider werden unterschiedliche Chipsets in diesem Gehäuse verkauft. Falls ihr das Empia-Chipset habt, sollte alles problemlos gehen; das Conexant-Polaris-Chipset hingegen hat noch niemand zum Laufen gebracht. Solange es keine Lösung für das Conexant-Problem gibt, kann ich dieses Gerät nicht empfehlen, da man sich nicht sicher sein kann, ein Empia-Chipset zu bekommen! Der oben verlinkte Treiber funktioniert nur mit Empia.
      Beispielvideo, das mit diesem Gerät aufgenommen wurde: mfi.re/watch/idib8846a0kf78h/T…s._Clemens_(Fox)_[WF].mp4[/spoiler]

      Recording – die Software
      Um das Video, das das Gerät liefert, auf Youtube zu bringen, sind noch einige Zwischenschritte erforderlich:
      1. Das Video muss deinterlaced werden. Gute Filter dafür sind z.B. Yadif und ELA, sehr gut ist nur QTGMC. Dabei muss gewählt werden, ob aus den 60 Halbbildern 30 oder 60 Vollbilder erstellt werden sollen.
      Vorteile bei 30 Vollbildern: Kürzere Berechnung, Youtube bietet nur maximal 30fps, somit ist die Berechnung von 60 Vollbildern unnötig, wenn das Video nur auf Youtube landen soll.
      Vorteile bei 60 Vollbildern: Deutlich flüssiger, das gesamte Videomaterial wird verwendet.
      Das Deinterlacing ist nur dann nicht erforderlich, wenn man entweder das Blackmagic Intensity Shuttle USB3 oder den Avermedia LGP verwendet und dabei das Video progressiv einspielt.
      2. Eventuell sollten die Ränder des Videos beschnitten werden (Cropping); viele Capture Devices senden eine Auflösung von 720x480 und haben am linken und am rechten Rand schwarze Streifen (je 40x480).
      3. Kompression. Rohvideo hat eine enorme Bitrate von ca. 20MB/s; pro Minute fällt also ein Gigabyte an (!). Die Kompression verringert die Dateigröße auf etwa ein Prozent. Empfehlenswert sind vor allem der x264-Codec für Videos und aac für Audio. Youtube setzt derzeit auf VP8 und OGG Vorbis, diese Codecs sind also auch eine gute Idee.

      Die besten Resultate bekommt man definitiv mit der Kombination Avisynth+Virtualdub, die Konfiguration ist allerdings sehr aufwendig. Eine gute und schnelle Alternative ist das Open Broadcaster System (OBS), das zwar eigentlich zum Streamen gedacht ist, aber auch in den „Nur Dateiausgabe“-Modus geschalten kann.
      Da OBS sehr effizient geschrieben ist und die neuen CPUs gut nützen kann, ist es in meinen Augen besser zum Aufnehmen geeignet als das doch sehr alte VirtualDub. Wer dennoch zu diesem greifen will, findet weiter unten im Spoiler eine Anleitung.

      Aufnehmen mit Open Broadcaster System
      Download (x32 und x64 in einem)
      Das Programm ist ziemlich selbsterklärend und es gibt dafür auch schon viele Anleitungen, weshalb ich hier nicht auf die einzelnen Schritte eingehe.

      VirtualDub (obsolet)
      Aufnehmen mit Virtualdub
      Voraussetzungen
      Hardware: Einen PC oder Laptop mit Windows sowie ein Aufnahmegerät (siehe weiter oben).
      Software: Virtualdub in 32-bit oder 64-bit. Die 64-bit-Version hat nur einen kleinen Geschwindigkeitsvorteil, dafür fehlen einige Codecs dafür. Ich empfehle, eine 32-bit-Version zu nehmen
      x264vfw: Das ist ein Plugin, das das unkomprimierte Video (RGB/YUV) zu h264, dem derzeit besten und populärsten Codec, umwandelt. Download
      LameACM: Enkodiert das PCM-Audio zu platzsparendem mp3. Installation: Rechtsklick auf LameACM.inf -> install. Nach Neustart von VirtualDub sollte der Codec nun unter Audio -> Compression aufscheinen, falls nicht, die Anleitung "HOWTO Install LAME-ACM on x64.txt" befolgen. Download

      Handhabung
      Wenn du Virtualdub entpackt hast, öffnest du VirtualDub.exe und klickst auf File -> Capture avi. Jetzt sollte dein Aufnahmegerät auch gleich erkannt werden, falls nicht, sieh im Menü unter Device nach, ob es aufgelistet ist.

      Falls es hier nicht aufgelistet ist, fehlen wahrscheinlich die Treiber.
      Nun müssen die richtigen Einstellungen für das Gerät und das eingehende Video gewählt werden.
      1. Video -> Video source: Richtigen Input wählen
      2. Video -> Capture filter: Video Standard wählen. Das ist, wenn der 60Hz-Modus aktiviert ist, meistens NTSC433 oder PAL60, je nach Gerät. Falls das Video nun zu dunkel ist oder so, kann im Tab "Video proc amp" feinjustiert werden. Grundsätzlich gilt: Nichts ändern, wenn das Bild passt.
      3. Nachdem man sich vergewissert hat, dass das Bild so ist, wie man es möchte, sollte man unter Video auf "No display" klicken, da die Berechnung von Previews recht aufwendig ist und dazu führen kann, dass Frames verloren gehen. Bei sehr starken Prozessoren ist dies in der Regel nicht nötig.
      4. Video -> Compression: Sicher stellen, dass hier (No compression) gewählt ist.
      5. Audio: Haken bei "Enable audio capture" setzen und bei "Enable audio playback" wegnehmen.
      6. Audio -> raw capture format: Auf 48KHz oder 44.1KHz stellen (Geschmackssache, 48KHz verbraucht ein wenig mehr Speicher, hat dafür in der Theorie geringfügig bessere Qualität).
      7. Audio -> Compression: Sicher stellen, dass hier (No compression) gewählt ist.
      8. Audio -> Audio input: Sicher stellen, dass hier Master volume gewählt ist.
      9. F2 drücken und den gewünschten Dateinamen eingeben.
      10. F5 drücken, wenn die Aufnahme beginnen soll.
      11. Esc drücken, wenn die Aufnahme beendet werden soll.

      Nun muss das Video noch bearbeitet werden. Dazu muss man den Capture-Modus verlassen (File -> Exit capture mode).
      1. Mit Strg+O die erstellte Videodatei öffnen.
      2. Strg+F drücken, um die Filterliste aufzurufen. Nun muss ein Deinterlace-Filter hinzugefügt werden. Ich empfehle, Yadif mit der Einstellung "Keep top field" zu nehmen. Bei dieser Option hat das Video eine Framerate von 29,97 ("30Hz", mehr unterstützt Youtube nicht). Falls du die Videos nicht auf Youtube lädst, sondern anderweitig verwendest, wo nicht auf 30 fps reduziert wird, ist wohl die Einstellung "Double frame rate, top field first" besser, da das Video mit 59,94 Hz doch deutlich flüssiger läuft.
      3. Mit Strg+P das Video-Kompressionsmenü öffnen und x264vfw wählen. Die Einstellungen sollten vorerst nicht verändert werden.
      4. Audio: Full processing mode aktivieren.
      5. Audio -> Compression: Lame MP3 auswählen und eine Bitrate wählen, die der zuvor gewählten Sample Rate entspricht.
      6. F7 drücken, um das Video zu verarbeiten.

      So weit, so gut. Bei Problemen, Fragen oder Anregungen kannst du mich natürlich gerne kontaktieren.


      Monitore mit wenig Inputlag = Signalverzögerung
      1. Referenz: PC-Röhrenmonitore: ca. 0,00067 Millisekunden = 670 Nanosekunden Gesamtverzögerung.

      2. Asus VG248QE: ca. 8,4 Millisekunden Gesamtverzögerung – 1,6 Signalverzögerung und 6,8 Millisekunden durchschnittliche Reaktionszeit

      3. Acer GN246HLBbid: ca.10,2 Millisekunden Gesamtverzögerung – 7,4 Millisekunden Signalverzögerung und 2,8 Millisekunden durchschnittliche Reaktionszeit

      4. BenQ XL2420T 144Hz: ca. 18,8 Millisekunden Gesamtverzögerung – 13,7 Signalverzögerung und 5,1 Millisekunden durchschnittliche Reaktionszeit

      Alle Zahlen von prad.de.

      Quellen:
      GameSX-Wiki – Analog-Schnittstelle
      GameSX-Wiki – Digital-Schnittstelle
      GameCube Hardware - Connectivity FAQ

      ¹Es gibt Berichte, dass (zumindest Component-)Video der Wii dem des Gamecubes deutlich unterlegen sein soll, das sollte bei der Entscheidung zwischen Gamecube und Wii für 480p-Setups bedacht werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 39 mal editiert, zuletzt von Kadano ()

    • Warum hat hier denn bisher niemand was geschrieben?
      Super, dass du dir die Mühe machst uns die Aufnahmemöglichkeiten näher zu bringen! :-)

      Da dieses Empia-Gerät nur so 16 Tacken kostet, würde ich mir natürlich gerne das zulegen. Brauche ich dazu unbedingt das RCA-Kabel von Nintendo? Du hast noch 2 weitere Möglichkeiten für das Empia gelistet, nur verstehe ich das alles nur bedingt :/

      Ich hoffe du kannst mir da ein wenig weiterhelfen, was insgesamt das günstigste ist! :-)

      Gruß & Danke im Voraus
    • Freue mich über deine Antwort :)

      Das Empia ist zumindest die günstigste frustfreie Lösung.
      Du musst das Video vom Gamecube sowohl an den Fernseher als auch an das Empia senden. Dafür hast du zwei Möglichkeiten:

      1. FBAS/Composite-Kabel, dazu 3 Y-Stecker und ein M-M-dreifach-RCA-Kabel

      Gesamtkosten: 4,14 (18,82 zusammen mit dem Empia). Durch die Verzweigung des Signals sinken Helligkeit und Lautstärke.

      2. SCART-Kabel mit Composite-Buchsen, dazu ein M-M-dreifach-RCA-Kabel

      Gesamtkosten: 9,52 bei gebrauchtem SCART-Kabel, 16,60 für ein neues.
      Vorteile gegenüber 1.: bessere Bildqualität am Fernseher, unverminderte Helligkeit.
    • Sehr cool, danke für die Antwort und die dazugehörigen Links! :-)

      Ich denke mal ich werde die zweite Möglichkeit wählen, da das ja auch die bessere Qualität abwirft..
      Zumal habe ich so ein RCA-Kabel bereits, was das alles nochmal vereinfacht!

      Danke nochmal für's schnelle Antworten :-)

      Gruß
    • ZetTroxX schrieb:

      Isch stecken Dazzle in PC. Dann auf Bild warten. Warum Bild schwarzweiß? Ich hauen gegen Laptop bis Bild bunt. Ahu ahu! :boese:


      du musst davor irgendein kleines programm runterladen + öffnen, bisschen googlen sollte dir die lösung liefern, ansonsten wenn dus nicht rausfindest kann ich den pinnacle guy noch fragen
      Der Schmäh?
      Na entweder man hot erm oder man hort erm ned
    • ein wenig OT, da ich ein problem mit OBS hab (was aber auch hierzu passen könnte) :

      Ich hab mir vor einiger Zeit (vor OBS zeiten) einen Xsplit premium acc geholt und da deinterlaced.
      Kein thema - der is jetz abgelaufen und ich will OBS nutzen.
      Also: Amarec deinterlacing aktivieren - sieht super aus... aber in OBS isses immer noch derb interlaced...
      weiß jemand, wie ich das fixe? ._.
    • Leider kommt OBS nichtmal annähernd an XSplit ran .__.
      Zumindest fehlen für mich noch viele wichtige Funktionen wie z.B. SWF oder Video Einbindung. (habe einige Plugins für xsplit entwickelt)

      Werde es jedoch beobachten, vielleicht überholt es irgendwann das verbugte xsplit =D

      btw, ich habe mir mal diesen Component Grabber gekauft =D
    • Liva schrieb:

      btw, ich habe mir mal diesen Component Grabber gekauft =D

      Ich hoffe, er geht bei euch genauso gut wie bei mir. Er kann zwei verschiedene Chipsätze enthalten, ich habe den Empia und für den sind auch die verlinkten Treiber. Beim Conexant-Chipsatz habe ich bisher nur Negativberichte gelesen.
    • In fünf Jahren vielleicht, wenn es dann günstige OLED-Fernseher gibt.
    • MUGG schrieb:

      Wenn ich von meiner Konsole zu einem LCD verbinden möchte, und an den VGA Eingang anschließen will, kann ich dieses Kabel benutzen?
      amazon.com/gp/product/B000Y7T5UU
      Oder dieses?
      laikeet.com/catalog/images/CBA0_03.jpg

      Eventuell. Abhängig von deinem Monitor kann es sein, dass die Latenzzeit relativ niedrig ist, doch du hast dann 480i direkt dargestellt, was auf LCDs fürchterlich aussieht.

      Warum nicht einfach beim guten alten Röhrenfernseher bleiben?

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