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Der Mensch – Pessimistische Gedanken eines konspirativ-gebildeten Weltverstehers

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    • Der Mensch – Pessimistische Gedanken eines konspirativ-gebildeten Weltverstehers

      War vor ein paar Monaten so RICHTIG schlecht gelaunt, habe dann einen kleinen Text zusammengezimmert um mir Luft zu machen. Entstanden ist eine subjektive & hoffnungslose Hassrede gegen den modernen Menschen. Ein literarisches Auskotzen. Nichts von großem Gehalt, imo aber dennoch zu schade, um ungelesen in den Weiten meines Laptops zu vergammeln. Nagelt mich auf einzelnen Aussagen nicht fest, wie gesagt, ich war mehr als schlecht gelaunt. Korrektur gelesen hab ichs jetzt auch nicht wirklich. "Konspirativ-gebildeter Weltversteher" habe ich irgendwo mal über jemanden gelesen, dessen eigene Meinung irgendwie nicht dem politisch korrektem Status quo entsprochen hat. Dieser Neologismus hat mir auf zynische Art irgendwie gut gefallen.

      Also hier bitteschön, let the hate flow through you.

      Der Mensch – Pessimistische Gedanken eines konspirativ-gebildeten Weltverstehers


      Mit fortschreitender Zeit sehen wir uns im Jahre 2014 mit einer Wahrheit konfrontiert, vor der wir nur zu gerne die Augen und Gemüter verschließen, weil sie unbequemer nicht sein könnte. Trotz all des angehäuften, im letzten Jahrhundert mehrmals vervielfachten Wissens, den theoretisch gereiften und verinnerlichten Grundsätzen von Moral und Verantwortung, des homo oeconomicus, der Ideen von Brüderlichkeit, Gleichheit und all den so schön klingenden Begriffen, schiebt ein jedes Mitglied der landläufig als „modernen Menschen“ bezeichneten, in Summe den wichtigen Fragen unserer Zeit einen aus Egoismus und Ignoranz gefertigten Riegel vor, dessen Existenz es aus reiner Bequemlichkeit leugnet und vergisst.

      Diese Welt ist krank. Unsere vermeintliche moralische Überlegenheit suchen wir, wenn überhaupt, mit verhältnismäßig unbedeuteten Nichtigkeiten zu wahren, seien es die 50 € die jährlich zu Weihnachten an Bedürftige gespendet werden, oder der wöchtenlichen Einkauf im Bioladen. Sehenden Auges und mit wehenden Fahnen schreitet die Gesellschaft wie wir sie kennen dem Abgrund entgegen. Reichtum, Wohlstand, Macht, Besitztümer – alles geworfen in den nimmersatten Schlund menschlichen Wesens, dass niemals genug haben, niemals zufrieden sein, niemals dauerhaftes Glück empfinden kann. Dieses Merkmal ist unter dem Aspekt der Evolution sinnvoll und nachvollziehbar, doch entlarvt es in unserer heutigen Zeit den Triumph des Primitiven, der Natur, des Fleisches gegenüber dem Geist; letzten Endes dem, was uns als Mensch einzigartig auf der Erde macht. Eben jener natürliche Egoismus, der uns über die Jahrtausende unsere Rolle als Herrscher über den Planeten Erde eingebracht hat, richtet uns in letzter Konsequenz hin, entreißt sie uns wieder, stellt unsere vermeintlich übergeordnete, überlegene Stellung bloß uns reiht uns ein in die Riege der niederen, primitiven Lebensformen, diese negative Tönung noch durch unser geistiges Potentail verstärkt.

      Gewissenslos betrachten wir die Bilder der manipulativ-meinungsbildenden Leitmedien, humanitäre Katastrophen & militärische Konflikte nachhaltigster Art, vordergründig mitunter als sinnvoll & notwendig dargestellt, unser impulsiv wiederbelebtes Gewissen und den Glauben an eine bessere Welt maximal durch ein reaktionäres Teilen in sozialen Netzwerken und selbstdarstellerischem Empören betäubend und beruhigend. Auch dieser Text ist hiervon nicht ausgeschlossen, allgegenwärtig ist der Wille zum Scheitern. Die Menschheit als dumpfe Masse, sich gegenseitig an Fäden ziehend, in diesem Schmierentheater, in dem die Rollen der Puppen und der Puppenspieler längst verwischt sind. Dekadent und gewissenlos vergiften wir unseren Planeten, unsere Gemeinschaft und pochen vordergründig auf Werte und Moralvorstellungen. Kranke und selbstverleumderische Doppelmoral!

      Hinfort mit der eingeredeten moralischen Überlegenheit! Der Mensch war niemals bereit für die Aufgabe des nachhaltig verantwortungsvollen Handelns. Für den "modernen Menschen" bedeutete dies, die Grundpfeiler seines Lebens einzureißen, sich materieller wie auch anders gearteter Götzen zu entledigen und sein Handeln, sein Wirken, seine Existenz fokussiert und exklusiv auf die Tilgung des Weltschmerzes zu richten. Diese weltverbesserischen Impulse durchzucken junge, offene Gemüter, führen mitunter sogar zu sich bemerkbar machender Empörung und den richtigen Fragen, werden aber zu oft mit steigender Bequemlichkeit, was mit fortschreitendem Alter einher geht, in den vermeintlich-wohltuenden Sumpf der Apathie gezogen und letztlich ertränkt. Dieser Schritt ist logische Konsequenz zweierlei Systeme; dem auf Selbstschutz ausgerichteten biologischen Systems des Menschen an sich und dem weltumspannenden Ökonomieesystem, dass das Individuum zum gewissenlosen Konsum und nichts als Konsum drängt.

      Der Zerrissenheit über die Unvereinbarkeit zwischen moralischen Wertvorstellungen und Realität, eigenes Handeln inbegriffen, wird damit Abhilfe geschafft, das Joch der Verantwortung abgelegt und sorgenfrei aufgeatmet. Der Sinn des Lebens definiert sich weder über ein von wie auch immer geartetem moralisch korrektem Handeln entsprechend subjektiver Maßstäbe. Vielmehr lässt er sich für unsere Spezies aus eigenem Antrieb nicht erschließen. Unsere einzige Aufgabe ist so gesehen also sinnlose Selbsterhaltung, Befriedigung biologisch-grundlegender und individueller Bedürfnisse. Selbstbewusstwerdung des Menschen stellt nichts weiter als die evolutionär logische Weiterentwicklung eines zeitlich für uns nicht erfassbaren Prozesses dar. Ein endloses lernen und irren, und letzten Endes das unvermeidliche Scheitern an der eigenen, zeitlich begrenzten Existenz.

      Der Mensch geht seinem verdienten Ende entgegen. Die Chance des Individuums besteht einzig darin, ein seinen natürlichen und anerzogenen Bedürfnissen entsprechendes Leben zu führen und so, weltvergessen und egoistisch, seinen Frieden zu finden. Dies schließt auch weltverbesserische Taten mit ein, die zwar partiell wirken können, doch kann jedes Individuum nur in seinem begrenzten Wirkungskreis handeln, was niemals die allumfassende Abwärtsspirale zerstören, den goldenen Käfig durchbrechen könnte. Letzten Endes ist die Weltverbesserung Einzelner auch „nur“ die Befriedigung anerzogener Bedürfnisse, ihre Taten auf verlorenem Posten gegenüber der selbstvergessenen, ignoranten Übermacht.


      Ganz im Sinne nach Georg Schramm:

      „ „Nach uns die Sintflut“ stimmt gar nicht mehr, sie ist bereits da. Wir, wir SIND die Sintflut“.

      Dieser Beitrag wurde bereits 16 mal editiert, zuletzt von ZetTroxX ()

    • Der Mensch hat sich doch über die Jahrtausende maßgeblich weiterentwickelt. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, auch wenn wir es nicht mehr erleben, so entwickelt sich die Geschichte der Menschheit einem Happy End entgegen. Bis zu dem Zeitpunkt, ab dem unser Sonnensystem durch eine Supernova in Flammen aufgeht, werden die Menschen mit garantierter, von mir mit Nostradamus-artiger Präzision vorhergesehen, Sicherheit die Essenz dessen, was wir als wahre Göttlichkeit, Glückseligkeit oder Erfüllung bezeichnen, erreicht haben.
    • Wie ich finde, ist das Hassobjekt 'Der Mensch' nicht treffend.

      Gute Taten können Masturbation sein, müssen es aber nicht zwingend. Dass dabei nur die Befriedigung anerzogener Bedürfnisse reinspielt ist falsch. Der Mensch hat die Fähigkeit gut zu sein. Gäbe es den Menschen nicht mehr, so würde vielleicht das Böse verschwinden. Mag sein. Viel schlimmer jedoch hierran: Auch das Gute ginge verloren.
      Und dass wir triebgesteuert sind, sollten wir wohl irgendwann einmal akzeptieren müssen.

      Ein weitaus größeres Problem als den Menschen an sich finde ich das unnatürliche System, das sich die Despoten um uns herum aufgebaut haben. Natürlich irren wir herum, das System erschließt sich uns nicht. Aber gut.


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    • Humphrey Imax 4.0 schrieb:

      Der Mensch hat sich doch über die Jahrtausende maßgeblich weiterentwickelt. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, auch wenn wir es nicht mehr erleben, so entwickelt sich die Geschichte der Menschheit einem Happy End entgegen. Bis zu dem Zeitpunkt, ab dem unser Sonnensystem durch eine Supernova in Flammen aufgeht, werden die Menschen mit garantierter, von mir mit Nostradamus-artiger Präzision vorhergesehen, Sicherheit die Essenz dessen, was wir als wahre Göttlichkeit, Glückseligkeit oder Erfüllung bezeichnen, erreicht haben.


      Tut mir leid, ich kann nicht herauslesen ob du das ernst meinst oder nicht. Erläutere deine Punkte doch bitte noch etwas mehr. :smile:

      @Stalin, Rhazahr: Vielen Dank dafür, vor allem für die Frage. :D Ich hab eine Ausbildung zum Industriekaufmann hinter mir und fange im nächsten Jahr mein Psychologiestudium an, hat also beides nicht viel mit meiner Sprach zu tun. Hin und wieder schreib ich einfach gern.
    • ZetTroxX schrieb:

      Tut mir leid, ich kann nicht herauslesen ob du das ernst meinst oder nicht. Erläutere deine Punkte doch bitte noch etwas mehr.

      Ich meine das todernst. Nur weil du in einer Zeit aufgewachsen bist / aufwächst, in der du von dem ganzen Scheiß, der die Welt zu so einem grauenvollen Ort macht, auch verhältnismäßig durchsichtig erfahren kannst, heißt das nicht, dass es nicht früher schlimmer gewesen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns & unser Bewusstsein dafür, wie wir die Welt behandeln sollten im Laufe der Jahrtausende durchaus optimiert haben. Dinge wie die Genfer Konvention, Klimaschutzabkommen & das breit gefächerte Spektrum an Wohltätigkeitsorganisationen, deren Engagements vom Erhalt von, vom Aussterben bedrohter, Tierarten, über Entwicklungshilfeprojekte in der dritten Welt, bis hin zu Speisetafeln für sozial Benachteiligte im Gemeindezentrum um die Ecke reichen, sind ein Produkt des immer stärker werdenden Bewusstseins um die Zerbrechlichkeit unserer Existenz als Ganzes & das sollte man sich vor Augen führen, wenn man die vermeintliche Abwärtsspirale der Menschheit im Bezug auf ihre Umwelt & sich selbst bespricht.

      Du solltest das alles wirklich nicht zu negativ sehen, sondern - sofern dir wirklich daran liegt - etwas tun, um eine Schneeflocke in dieser Lawine zu sein, die talwärts rollt, um die Dämonen der Menschheit zu begraben.
    • Charon schrieb:

      Gute Taten können Masturbation sein, müssen es aber nicht zwingend. Dass dabei nur die Befriedigung anerzogener Bedürfnisse reinspielt ist falsch.


      Was spielt deiner Meinung nach denn noch rein? Die These die ich aufstelle ist, dass der Mensch dadurch zu "Gutem" bewegt wird, weil er in Bezug auf gewisse Missstände dahingehend sensibilisiert ist (durch Erziehung, gesellschaftliche EInflüsse und eigenständigem Reflektieren), dass er aktiv wird und sich engagiert, selbstloses Handeln inbegriffen. Im selben System kann der Mensch zu "Schlechten" (z.B. destruktive, ignorante Lebensweise) "erzogen" werden - das "Gute" wie du es nennst nimmt imo keinen Sonderplatz ein.

      Humphrey Imax 4.0 schrieb:

      Nur weil du in einer Zeit aufgewachsen bist / aufwächst, in der du von dem ganzen Scheiß, der die Welt zu so einem grauenvollen Ort macht, auch verhältnismäßig durchsichtig erfahren kannst, heißt das nicht, dass es nicht früher schlimmer gewesen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns & unser Bewusstsein dafür, wie wir die Welt behandeln sollten im Laufe der Jahrtausende durchaus optimiert haben.


      Naja ich behaupte mal, dass die Ausbeutung des Planeten „früher“ nicht mal auf ansatzweise gleichem Niveau war wie heute. Und auch auf humanitärer Ebene sollten wir uns imo auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Natürlich, UNS geht es so gut wie noch nie und dafür bin ich selbstredend dankbar, dennoch verschließe ich nicht die Augen vor dem gigantischem Leid in der Welt. Hungersnöte, militärische Konflikte, moderne Sklaventreiberei, Niedriglohnsektoren…DAS bedeutet für dich Optimierung?

      Humphrey Imax 4.0 schrieb:

      Dinge wie die Genfer Konvention, Klimaschutzabkommen & das breit gefächerte Spektrum an Wohltätigkeitsorganisationen, deren Engagements vom Erhalt von, vom Aussterben bedrohter, Tierarten, über Entwicklungshilfeprojekte in der dritten Welt, bis hin zu Speisetafeln für sozial Benachteiligte im Gemeindezentrum um die Ecke reichen, sind ein Produkt des immer stärker werdenden Bewusstseins um die Zerbrechlichkeit unserer Existenz als Ganzes & das sollte man sich vor Augen führen, wenn man die vermeintliche Abwärtsspirale der Menschheit im Bezug auf ihre Umwelt & sich selbst bespricht.


      Wir beuten unseren Planeten schonungslos aus, sämtliche Klimaschutzabkommen & Klimagipfel sind eine Farce und dienen vordergründig dazu, die breite Öffentlichkeit ruhig zu halten, während die hochgelobte Globalisierungsmaschinerie im Hintergrund weiterhin fröhlich ausbeutet und brandschatzt. Siehe Artensterben, siehe horrende Waldrodung. Wenn ich mich recht entsinne gab es doch erst kürzlich einen Klimagipfel, der der Weltgemeinschaft die bisherigen Bemühungen als fadenscheinig und/oder zu wenig attestierte. Das neue Klimaabkommen der beiden größten Umweltsünder USA & China trägt die gleiche Handschrift. Experten sprechen von nur noch „wenigen Jahren“ in denen die führenden Industrienationen Zeit haben, ihren Wirtschaftsstil radikal zu ändern, andernfalls sind negative Entwicklung nachhaltiger Art nicht mehr zu stoppen.
      Und Speisetafeln sind ja eine gute Sache, keine Frage, aber denkst du wirklich dass sich dahinter ein vitales und funktionierendes System verbirgt, wenn von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen auf diese Tafeln angewiesen sind, weil sie ihren Unterhalt alleine nicht mehr bestreiten können? In Europa lebt jeder 4. Mensch unterhalb der Armutsgrenze, das sind 125 Millionen Menschen! Und wir leben hier wohlgemerkt auf einem der wohlhabensten Kontinente der Erde.

      Gibt dir das denn gar nicht zu denken?
    • ZetTroxX schrieb:

      Naja ich behaupte mal, dass die Ausbeutung des Planeten „früher“ nicht mal auf ansatzweise gleichem Niveau war wie heute. Und auch auf humanitärer Ebene sollten wir uns imo auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Natürlich, UNS geht es so gut wie noch nie und dafür bin ich selbstredend dankbar, dennoch verschließe ich nicht die Augen vor dem gigantischem Leid in der Welt. Hungersnöte, militärische Konflikte, moderne Sklaventreiberei, Niedriglohnsektoren…DAS bedeutet für dich Optimierung?

      Früher gab es: Schlimmere Hungersnöte (mit hunderttausenden Toten, weil die Ernte schlecht war), Weltkriege, gesellschaftlich akzeptierte & geförderte Sklaventreiberei, ohne Lohn - die von dir erwähnten Dinge sind für mich durchaus eine Optimierung / eine Entwicklung in die richtige Richtung.

      ZetTroxX schrieb:

      Wir beuten unseren Planeten schonungslos aus, sämtliche Klimaschutzabkommen & Klimagipfel sind eine Farce und dienen vordergründig dazu, die breite Öffentlichkeit ruhig zu halten, während die hochgelobte Globalisierungsmaschinerie im Hintergrund weiterhin fröhlich ausbeutet und brandschatzt. Siehe Artensterben, siehe horrende Waldrodung. Wenn ich mich recht entsinne gab es doch erst kürzlich einen Klimagipfel, der der Weltgemeinschaft die bisherigen Bemühungen als fadenscheinig und/oder zu wenig attestierte. Das neue Klimaabkommen der beiden größten Umweltsünder USA & China trägt die gleiche Handschrift. Experten sprechen von nur noch „wenigen Jahren“ in denen die führenden Industrienationen Zeit haben, ihren Wirtschaftsstil radikal zu ändern, andernfalls sind negative Entwicklung nachhaltiger Art nicht mehr zu stoppen.
      Und Speisetafeln sind ja eine gute Sache, keine Frage, aber denkst du wirklich dass sich dahinter ein vitales und funktionierendes System verbirgt, wenn von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen auf diese Tafeln angewiesen sind, weil sie ihren Unterhalt alleine nicht mehr bestreiten können? In Europa lebt jeder 4. Mensch unterhalb der Armutsgrenze, das sind 125 Millionen Menschen! Und wir leben hier wohlgemerkt auf einem der wohlhabensten Kontinente der Erde.

      Gibt dir das denn gar nicht zu denken?


      "[..] sind eine Farce und dienen vordergründig dazu, die breite Öffentlichkeit ruhig zu halten, während die hochgelobte Globalisierungsmaschinerie im Hintergrund weiterhin fröhlich ausbeutet und brandschatzt." - so eine Aussage kann ich nicht ernst nehmen. DU fragst MICH danach meine Punkte zu erläutern & kommst dann mit Verschwörungstheoretiker-Phrasen, die 1:1 in Zeitgeist hätten gesagt werden können um die Ecke, als wäre das ein Argument. :D

      Was den Klimaschutz angeht, müssen wir das ganze mal in eine andere Perspektive stellen, um zu verstehen, wieso ich das alles nicht dem Menschen als solches zulasten lege. Zur Zeit der Industrialisierung wurde angefangen auf unvorhersehbar abartige Weise die Umwelt zu zerschmettern. Als Nebeneffekt des technologischen Fortschritts versteht sich. Die Leute haben aber über das letzte Jahrhundert ein Bewusstsein dafür entwickelt wie schädlich unsere industriellen Abfallprodukte wirklich für die Erde sind. Das Bewusstsein darum ist immer breiter in die Bevölkerung gedrungen, so weit, dass wir beide uns in einem Forum über ein Videospiel für Sechsjährige darüber unterhalten können. Das hätte es zur Zeit des großen Aufkeimens der Industrialisierung nicht gegeben. Leute wie wir wären möglicherweise sogar mundtot gemacht worden. In der heutigen Welt, in der Wissenschaftler akribisch an der Nutzung erneuerbarer & / oder sauberer Energiequellen arbeiten, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung gegangen wird.

      Wenn heute in Europa jeder 4. unterhalb der Armutsgrenze lebt, dann guck dir mal das mittelalterliche Europa an. Oder das Post-Mittelalterliche Europa, bspw. zur Zeit des 30-Jährigen Krieges. Zu Zeiten, in denen die Armut so stark war, dass Leute an Fieber gestorben sind, obwohl es Heilmittel gab. In Zeiten, in denen die Leute so wenig Wohlstand genossen haben, dass sie zu arm waren sich eine Hygiene zu leisten, die ausreichend war, um nicht von der Beulenpest dahingerafft zu werden - deutlich mehr als 25% der Bevölkerung Europas & Vorderasiens sind durch die große Pestwelle im späten Mittelalter ums Leben gekommen. SO ARM waren die Menschen. Guck uns jetzt an. Das ist eine beachtliche Entwicklung. Nur so als Beispiel.
    • Deine argumentative Grundlage erschließt sich mir nicht ganz. Du vergleichst u.A. das Mitteilalter mit unserer heutigen Zeit und sagst, heutzutage läuft alles super, weil es den Menschen damals ja schlechter ging. 25% Armut in der Gesellschaft sind heutzutage also okay, weil die Armut damals größer war? Du lässt dabei völlig den allgemeinen Fortschritt außer acht, der es uns heutzutage ja wohl ermöglichen sollte, dass nicht jeder 4. Einwohner der EU am Hungertuch nagen müsste. Von der immer weiter auseinandergezogenen Einkommensschere will ich gar nicht reden.

      Und was soll das früher gabs es WELTkriege und heute "nur noch" Kriege? Der halbe nahe Osten ist mitlerweile aufgrund geopolitischer Interessen aus Übersee zerbombt und geplündert, natürlich sind im 2. Weltkrieg insgesamt mehr Menschen gestorben, aber das rechtfertigt doch nie und nimmer das Leid, was dort heutzutage abgeht - du vergleicht Äpfel mit Birnen (und wiegst Menschenleben gegeneinander auf was auch nicht besonders schön ist).

      Moderne Sklaventreiberei ist insofern gesellschaftlich akzeptiert & gefördert, als dass Konzerne, die darauf mitunter aufbauen, gesellschaftlich akzeptiert und integirert sind. Siehe Apple, siehe Amazon, siehe H&M - um nur wenige zu nennen. In dem Moment in dem der Otto normal sich ein Iphone kauft unterstützt er damit indirekt das ausbeuterische Billigstlohnsystem, das sich dahinter verbirgt - er akzeptiert es also. Natürlich war die Sklaventreiberei in der Antike oder in den USA auf humanitärer Ebene schlimmer, aber auch hier, das kann doch unmöglich in unserer fortschrittlichen Zeit korrupte Strukturen / Kinderarbeit rechtfertigen.

      Unterm Strich haben sich natürlich viele Dinge gebessert, dennoch leiden weiterhin hunderte Millionen (wenn nicht gar Milliarden) Menschen vor sich hin, was sie heutzutage gemessen am technischen, wie moralischem Fortschritt nicht müssten (hier kommt das despotische System ins Spiel das Charon angesprochen hat). Ganz im Gegensatz zur von dir vielzitierten, teils weit zurückliegenden Vergangenheit. Von einer Optimierung wie du es nennst, sehe ich uns daher Lichtjahre entfernt.

      Und wenn du ein paar Quellen zum Thema Klimaschutz und dessen nicht ganz so optimaler Entwicklung haben willst:

      klimaktiv.de/article99_16328.html
      welt.de/wirtschaft/energie/art…rgiewende-Klimaziele.html
      blog.oxfam.de/blog/henning-gol…esamtergebnis-ungenuegend
      spiegel.de/wissenschaft/natur/…paris-2015-a-1008410.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ZetTroxX ()

    • Der Fortschritt FÃœHRT dazu, dass es uns heute besser geht als im Mittelalter. Er hat seinen Soll also erfüllt. Er hat die Welt verbessert. Die Welt ist immer noch an allen Ecken & Enden ein schlechter Ort, aber wir bewegen uns kontinuierlich in die richtige Richtung. DAS ist meine Argumentation. Du sagst im Prinzip "Ja, natürlich haben wir uns aufgrund des Fortschritts seit dem Mittelalter gebessert, aber sollten wir uns dank des Fortschritts nicht seit dem Mittelalter gebessert haben?" - da vergleich ich nicht Äpfel mit Birnen. Wir sind alle Äpfel. Die Methoden der "Sklaverei" in unserer heutigen Zeit entsprechen längst nicht mehr der Grausamkeit, mit der die Menschen, die wir wirklich als Sklaven bezeichnen (von der Antike bis zum Ende der Sklaverei in den USA), sich konfrontiert sahen. Das ist ein wesentlicher Fortschritt. Natürlich ist es immer noch ungerecht, unter welchen Bedingungen Menschen in China in Sweatshops Konsumgüter herstellen, aber bis zu diesem Punkt war es ein weiter Weg, nur ist das Ende des Weges eben noch nicht erreicht.

      Du kannst den aktuellen Zustand der Welt nicht als Ziel der Reise sehen, sondern musst darüber nachdenken, inwiefern wir dazu beitragen können, die Probleme in der Welt weiterhin effektiv zu bekämpfen. Wenn du dir ein iPhone kaufst, dann unterstütz du das System - ja - aber du kaufst damit auch eine Möglichkeit auf die Probleme aufmerksam zu machen bzw. etwas in die Wege zu leiten, um die Wurzelbehandlung der Ursache zu unterstützen. Du brauchst nicht pessimistisch sein, denn wenn du das bist, gibst du auf & dann hat all das, was dich an der Welt so sehr stört, gewonnen.
    • ZetTroxX schrieb:

      Was spielt deiner Meinung nach denn noch rein? Die These die ich aufstelle ist, dass der Mensch dadurch zu "Gutem" bewegt wird, weil er in Bezug auf gewisse Missstände dahingehend sensibilisiert ist (durch Erziehung, gesellschaftliche EInflüsse und eigenständigem Reflektieren), dass er aktiv wird und sich engagiert, selbstloses Handeln inbegriffen. Im selben System kann der Mensch zu "Schlechten" (z.B. destruktive, ignorante Lebensweise) "erzogen" werden - das "Gute" wie du es nennst nimmt imo keinen Sonderplatz ein.


      Erziehung und Sozialisation spielt hierbei natürlich rein. Klar. Hinzu kommt der religiöse Hintergrund. Egal, zu welchem Schlechten er gebracht wurde: In einem jeden von uns besteht die Möglichkeit des Guten. Natürlich hatten es Kinder der Hitlerjugend weitaus schwerer aus diesen Kreisen auszubrechen, DENNOCH bestand die Möglichkeit. Und wie wir wissen hat es auch Stimmen gegeben, die sich gegen diesen Wahnsinn ausgesprochen haben. Wir alle haben die Möglichkeit zum Guten (du nennst das Reflektieren, ich nenne das eher Vernunft. Reflektieren kannst du ja erst im Nachhinein, dabei sollte die Erkenntnis, dass Massenweise Menschen abschlachten nicht vertretbar und vor allem moralisch FALSCH ist auch ohne das Ausführen möglich sein).

      Ich gehe somit davon aus, dass, neben all den Einflüssen, denen wir uns ausgesetzt finden, auch diese eine Kraft in uns da ist, die uns zum Guten bewegen kann. Das einzig Gute (ich schließe mich hier Kant an) ist der Gute Wille. Selbstlosigkeit. Du kannst doch nicht leugnen, dass der Mensch die Fähigkeit dazu nicht besitzt? Und dass er vor allem das EINZIGE Wesen ist, dass dazu in der Lage ist?


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      vs. yanbo Bo5 1€
      vs cryptos sheik Bo3 2€
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      vs. Dusan Bo3 vs. Sheik 5€ SaltySuite
    • Ich muss sagen, ich stimme Dennis in vielen Punkten zu.
      Ich kann komplett verstehen, warum du frustriert bist, ZetTroxX. Auch ich habe oft ähnliche Gedanken und bin nicht selten für mich zu dem Schluss gekommen, dass wir der Welt den größten Gefallen täten, wenn wir einfach beschließen würden, auszusterben. (Also wir = die Menschheit)
      Aber es liegt an dir und mir, diese Frustration und Unzufriedenheit umzuwandeln in den Willen, tatsächlich etwas Gutes zu tun. So wie es -und an der Stelle hat Dennis einfach Recht- schon viele Menschen vor uns getan haben und zwar alles andere als erfolglos. Es gibt heute Ärzte ohne Grenzen, es gibt Amnesty International, unzählige Umweltschutz-Initiativen und was nicht alles. Ich bin also im Grunde auch der Meinung, dass wir in die richtige Richtung gehen, meine einzige Sorge ist, dass wir das deutlich zu langsam tun und dass wir eventuell vorher den Planeten zerstört haben oder einen Atomkrieg angezettelt, der zu groß ist, als dass man ihn überleben könnte.
      Dinge wie "Es gibt täglich immer mehr Armut auf der Welt" sind zwar ein nachvollziehbarer Eindruck, entsprechen aber nicht den Fakten. Es ist umgekehrt, wir haben tatsächlich deutlich weniger Armut als zuvor.
      Am ehesten besorgt mich in der Hinsicht die von dir schon angesprochene Ungleichverteilung von Gütern, denn die macht nicht den Anschein, sich zu bessern. Und das obwohl ich dir zustimmen würde, dass Knappheit nicht das Problem ist. Wir haben genug, wir müssten es nur vernünftig verteilen!
    • Obgleich wir zusammenfassend vielleicht wohlhabender sind und wesentlich mehr über Nachhaltigkeit und unsere Taten denken als das früher der Fall war, kann ich Davids Problematik sehr gut nachvollziehen.
      Früher war die Sklaverei gesellschaftlich akzeptiert, man hat das nicht als falsch empfunden, deswegen (und aufgrund der Tatsache, dass das Überleben selbst vermutlich noch deutlich schwerer war) auch nichts dagegen unternommen.
      Dass es heute sovielen Menschen/Tieren schlecht geht wissen wir, und wir wissen auch dass es schlecht ist. Aber es interessiert uns halt nur in geringem Ausmaße, und das ist der Punkt, wo wir eben nicht "besser" geworden sind.
      Will jetzt keine großen Verschwörungstheorien auspacken oder beschreiben, aber Menschen bewusst etwas geben,was sie als "etwas gutes" ansehen (Sei es jetzt für den Umweltschutz zu kämpfen oder Vegetarier zu sein oder bla...) ist natürlich eine gute Methode um sicherzustellen, dass sie nichts "schlimmeres tun".
      Pluralistische Ignoranz betrifft uns alle. Und in unserer heutigen Gesellschaft wächst jeder in dem Glauben auf, dass er etwas Besonderes ist.
      Soll jetzt auch keine "hey guckmal ich hab Fight Club gesehen" Aussage sein, aber dafür muss einfach echt nur noch vor die Tür gehen. Die Menschen, die überhaupt noch über solche Problematiken nachdenken, sind ein sehr geringer Anteil und setzen auch eine gewisse Intelligenz voraus.
      Obgleich ich diese Voraussetzung jedem der hier geschrieben hat ohne lange zu überlegen zuschreiben kann, ist dieser Anteil in der Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Und die Tendenz geht definitiv in keine gute Richtung.
    • Man bräuchte eine Ersatzhandlungen die sowohl den Menschen spirituell, als auch ökonomisch zu befriedigen vermag. Meiner Meinung nach ist das nur mit einer Expansion nach Außen hin möglich. Damit meine ich nicht, dass sich irgendein Nationalstaat die Weltherrschaft aneignet, sondern eine Expansion in den Weltraum. (Ja, ich bin eine Weltraumenthusiast :smile:) Ich weiß nicht, ob sich jemand mal auf einer geschichts/sozialwissenschaftlicher Basis mit den 60er Jahren in den USA beschäftigt hat. Dieses Jahrzehnt ist eine sehr gewalttätige Zeit. Der Vietnamkrieg beginnt mit Wehrpflicht beginnt, MLK wird erschossen, das Kennedy - Attentat etc. Aber man findet in diesem Jahrzeht aber auch gesellschaftliche Umwelzungen, wie die 68er Bewegung in der BRD, der "Summer of Love" und das Apolloprogramm. Vorallem letzteres Interessiert mich ungemein, weil durch die Anordnung Kennedys, einen Mann noch vor dem Ende des Jahrzehtes auf dem Mond zu befördern eine ungeheure Aktivität freigesetzt wurde. Sowohl auf einer finanzieller Ebene, aber auch auf politischen und natürlich wissenschaftlichen Ebenen wurde mit gearbeitet. Aber was mir dabei am wichtigsten ist: DIE MENSCHEN HABEN ANGEFANGEN ZU TRÄUMEN! Man hat sich Gedanken über das Morgen gemacht und nicht nur um in den Weltraum zufliegen, sondern auch wie diese Entwicklungen den Alltag der Menschen vereinfachen und verbessern können.
      Man müsste versuchen diesen Zeitgeist wieder aufleben lassen, um über eine Verbesserung der momentanen Situation auch nur Nachdenken zu können. Das muss nicht unbedingt durch den Weltraumsektor geschehen, aber es sollte passieren. Natürlich gibt es auch Schwachstellen in meiner Argumentation bzw. an dem von mir gewählten Fallbeispiel. Z.B. ein Weltprogramm ist extrem Teuer und Zeitaufwändig und bis diese neuen Technologien in den Alltag integriert haben dauert es noch länger.

      Ich kann ZetTroxX aber auch verstehen, wenn es mir privat scheiße geht, dann übertrag ich das auch gerne auf meine Umgebung oder wenn meine Umgebung mich ankotzt übertrage ich das auf michselbst. Man muss dann einfach versuchen sich nicht in ein Loch fallen zu lassen, was aber auch, wenn ich das richtig Verstanden habe, funktioniert hat. :) Ich für meinen Teil versuche in solchen Situationen immer auch das Licht und nicht nur den Schatten (von Mordor) zu sehen. Das heißt, aber auf garkeinen Fall, dass man die weltlichen Probleme vergessen sollte, nur sollte man diese nicht als Vorherrschend in unserer Welt betrachen, weil das zum einen einfach nicht stimmt, es liegt halt oft auch einfach an der Art von Berichterstattung, und zum anderen um seiner Selbst willen.

      MfG Toranos
      :8|:
    • @ Dennis: Okay ich verstehe was du meinst und stimme dem auch in punkto "seit Mittelalter verbessert" zu, aber ich widerspreche deiner Schlussfolgerung, dass sich aufgrund dessen in der Zukunft alles zum Besten wandeln wird. Als Beispiel nehm ich jetzt einfach mal Hungersnöte. Die Bevölkerungsgruppen, von denen weltweit unzählige Menschen wegen zu wenig Essen oder dreckigem Trinkwasser verrecken, werden auch in der Zukunft existieren - und das im selben, eher größerem Rahmen als heutzutage. Weil sich am System das hintendran steht nichts ändert, weil unser Wohlstand mitunter auf dem Elend anderer aufbaut. Das kann man jetzt auch als allgemeine Kapitalismuskritik formulieren, aber in die Richtung wollte ich jetzt eigentlich nicht gehen.

      Im Grunde wissen wir beide nicht, wie es weitergehen wird, es gibt die optimistisch und die pessimistische Sichtweise. Ich persönlich halte die optimistische Sichtweise insofern für richtig, als dass man mit Optmismus einfach weiter kommt im Leben. Dennoch deuten imo viele viele aktuelle Entwicklungen in die andere Richtung, was mich im Endeffekt auch zum Verfassen das Textes gebracht hat. Aber über die Deutungshoheit dieser Entwicklungen scheiden sich nunmal die Geister, u.A. auch unsere.

      @Charon: Ich kann deine Argumente nachvollziehen und nein, ich leugne nicht dass der Mensch selbstlos sein kann – mir leuchtet nur noch nicht das Trennen zwischen gutem Handeln aufgrund äußerer Einflüsse und „dem Guten das in uns steckt“ ein. Zugegeben habe ich Kant aber auch noch nicht gelesen – und wie ich eingangs erwähnte habe ich mir mit dem Text Frust von der Seele geschrieben, bewusst subjektiv und ohne differenzierte Perspektivwechsel. Kannst du mir ein zentrales Werk von Kant empfehlen? Will zwischen den Jahren sowieso viel lesen.

      @karu: Ich für mein Argument nochmal aus, vielleicht kams etwas unverständlich rüber: Ich stimme zu, dass es insgesamt weniger Armut gibt als "früher", aber im Verhältnis zum allgemeinen Fortschritt und den Möglichkeiten die sich heutzutage bieten, erscheint mir die Menge an Armut heutzutage weiterhin als extrem (und zu) groß. Weißt du, wenn irgendwo Krieg ist kann man schlecht hingehen und einfach mal so Frieden machen. Aber es kann mir keiner erzählen, dass wenn irgendwo Menschen verhungern, es nicht irgendeine Möglichkeit in unserer technisierten Welt gäbe, um diese Leute vorm Hungertod zu bewahren und ihnen somit zumindest die äußerste Grundlage für ein lebenswertes irdisches Dasein zu geben. Mag sein das Organisationen wie Amnesty Int. sich dafür einsetzen, aber warum wurden solche Organisationen denn überhaupt gegründet? Doch auch um der negativen Hauptwirkung von Industrienationen und global agierenden Wirtschaftsimperien entgegenzuwirken, bräuchten wir diese Art von Organisationen überhaupt, wenn tatsächlich alles auf einem guten Weg wäre?

      @Wuschel: Dein Post gefällt mir echt gut, vor allem im Punkt „Aber es interessiert uns halt nur in geringem Ausmaße, und das ist der Punkt, wo wir eben nicht "besser" geworden sind.“ stimme ich dir zu. Mag sein dass es positive, äußere Entwicklungen gegeben hat und gibt, aber im Menschen selbst hat sich vergleichsweise wenig getan. Wenn man sich Entwicklungen wie Pegida anschaut bekommt man überdies den Eindruck, dass sich bei manch einem Rumkrakelenden gar nichts getan hat. Deshalb sehe ich diese Errungenschaften wie weniger Armut heutzutage als früher in einem nicht so glänzenden Licht wie manch anderer. Sind wir wirklich in dem Maß „bessere“ Menschen geworden, wie unsere Welt zu einem „besseren“ Ort geworden ist? Diese Frage kann ich nicht mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Pluralistische Ignoranz ist nebenbei ein ziemlich passender Begriff. Und lol @ Fight Club Aussage. :D

      @Toranos: Danke für diese schöne Anekdote. Und du hast recht, ein träumender Mensch kann manchmal unfassbar viel erreichen, als Kollektiv eine gigantische (geistige) Bewegung in Gang setzen. Dieses Potential spreche ich dem Menschen zu und es macht mich auch irgendwie froh daran zu denken, dass wir diese Macht in uns tragen…nur sollten wir sie auch nutzen! Und in diesem Moment fühle ich mich schlecht, dass ich mal wieder nur große Töne spucke, anstelle endlich Mal wirklich aktiv zu werden um auf etwas gezielt positiv zu wirken. Danke für deinen Post. :)
    • Ganz kurz: Im Grunde ist doch ein moralischer Unterschied da, wenn ich jemandem helfe um des Helfens willen oder wenn ich jemandem nur helfe, damit ich etwas bekomme.

      Kleines Gedankenexperiment:

      Denk dir 'ne Insel. Dort ist die Regierungsform eine Monarchie.
      Am Strand fährt nun ein Rollstuhlfahrer entlang und sieht, wie jemand ertrinkt. Der Rollstuhlfahrer unternimmt alles in seiner Macht stehende, wirft ihm Holz hinterher und hat nur den Gedanken der Rettung im Kopf. Leider fällt im Laufe seiner verzweifelten Rettung der Rollstuhl um und eben jener liegt nun am Strand.

      Zur gleichen Zeit kommt noch ein Bademeister vorbei, dessen Schicht gerade herum ist. Er sieht den Ertrinkenden und den am Boden liegenden Rollstuhlfahrer, unternimmt aber nichts und will einfach weitergehen. Immerhin ist seine Schicht ja herum. Als er sich gerade abwendet schreit der Ertrinkende: "Bitte helft mir, ich bin der Königssohn." Da klingelt es beim Bademeister, er wittert die Belohnung und springt natürlich kurzerhand in's Wasser.

      Das ist ein sehr drastisches Beispiel, es sollte aber einem jeden klar sein, dass unser Rollstuhlfahrer hier eine weitaus höhere Würde an den Tag gelegt hat. Auch wenn er nichts tun konnte, der Grund seiner Taten (seiner Absicht hier wohl eher...) war keiner, der auf Profitgier oder ähnliches ausgelegt ist. Was die Zweckmäßigkeit angeht: Das möchte ich hier gar nicht diskutieren. Da gibt es verschiedene Ansätze.

      Zweites Beispiel, wieder mit einem Ertrinkenden, jetzt komplett absurd:

      Stell dir vor dein Mathelehrer ertrinkt. Du hast diesen Menschen verabscheut und freust dich irgendwie, dass er grade am krepieren ist. Dazu kommt noch deine Mutter, die gesagt hat, dass dieser Mensch den Tod verdient hat. Dazu bist du in einer religiösen Sekte, die sagt, dass ALLE Mathelehrer sterben müssen. Und weit und breit ist niemand zu sehen, du würdest also ungeschoren davon kommen, wenn du nichts machst.

      Nun kommt das Gute in uns zum Tragen. Egal wie viele Stimmen dir sagen, dass diese Person nun den Tod verdient hat, so wird die eine dagegen sein. Die eine, die ich jetzt mal als das Gute bezeichnen würde. Es muss deutlich werden, dass es FALSCH ist, diesen Menschen sterben zu lassen.

      Genau so, wie es diversen IS-Menschen klar werden müsste, dass es FALSCH ist Menschen den Kopf abzuschneiden. In diesem Fall sind die anderen Stimmen noch zu stark, aber es ist nicht so, als würden wir uns dem kampflos ergeben.

      Was Kant betrifft: Ich persönlich habe auch noch kein Originalwerk von ihm gelesen, das ist mir noch zu viel. Ich mache das momentan so, dass ich zunächst groben Überblick zu seiner Person, seinen Kritiken und seiner Moralethik bekomme und dann anschließend irgendwann die "Kritik der reinen Vernunft" (sein wohl BEDEUTENDSTES Werk) lese. Ist aber nicht was, was man mal so nebenbei liest. Wenn du mal ein Jahr Zeit hast, dann kannst du dir das ja mal reinziehen.

      Nun ganz zum Schluss: Ich versteh das, dass das in einem Schwall der Depression/Melancholie oder des Weltschmerzes entstanden ist und kann das nachvollziehen. Ich kenne diese Gefühlszustände und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Welt nur so schwarz ist, wie wir sie uns malen. Und dass der Hass auf die Maschinerie, die uns umgibt, größtenteils nur geheuchelte Scheiße ist. Natürlich hat ein jeder von uns nur einen begrenzten Wirkradius, den sollten wir aber nutzen. Große Bewegungen fangen im kleinen an. Und mehr Bewusstheit für die uns umgebende Scheiße fängt auch im kleinen an. Der Mensch wird noch dahinkommen. Und wenn nicht, dass zerstören wir zuerst uns selbst, bevor der Planet kollabiert. Dann sind wir aber selbst dran schuld und haben das nicht anders verdient.


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