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Smash als Entwicklung der Sozialkompetenz

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    • Smash als Entwicklung der Sozialkompetenz

      Hallo, ich wollte mal ein Thema ansprechen, was immer mal wieder mal angesprochen wurde (und hier ist sonst nichts los lol): Die nötige Sozialkompetenz von Smashspielern bzw. Meleespielern aufgrund dem Fokus auf Offlineturnieren. Ich denke es steht außer Frage, dass Melee (und Brawl auch zum Teil meiner Erfahrung nach) eine Sozialkompetenz voraussetzt, um Teil der Community zu sein.

      Was ich wissen will: Was habt ihr für Erfahrungen im Bezug auf euch selbst und eurer persönlichen Entwicklung in diesem Bereich wahrgenommen? Ich denke seitdem ich studiere an dieses Thema, da doch sehr viele introvertierte Menschen in meinem Studiengang (Wirtschaftsinformatik bzw. halt Informatiker) sind. Da hab ich mir die Frage gestellt: Wäre ich auch so schüchtern und introvertiert, wäre ich nicht Teil der Smashcommunity? Kann ich natürlich nicht beantworten, da ich das nicht objektiv betrachten kann. Ich habe aber das Gefühl, dass vielen es extrem helfen würde, Teil einer Offlinecommunity zu sein. Sportvereine haben eine ähnliche Eigenschaft, wobei das nicht so ausgeprägt ist, da man für Smash mit allen mehr oder minder auskommen muss und man so lernt, sein Verhalten auch anzupassen. Wenn mir ein Sportverein nicht zusagt, geh ich halt in einen anderen.

      Erzählt mal von euren Erlebnissen und Eindrücken, würde mich mal interessieren :)

      I'll send him flowers from all of us.
      No. He's allergic.
      To flowers? All of them? How do you even know that?
      I used to send them to his desk every day when we were associates.
    • Erstmal ist natürlich anzumerken, dass deine Definition von Introversion falsch ist:

      Zitat Wikipedia:
      „Introversion“ (engl. introversion) ist der Gegenpol zu Extraversion. Introvertierte Charaktere wenden ihre Aufmerksamkeit und Energie stärker auf ihr Innenleben. In Gruppen neigen sie eher zum passiven Beobachten als Handeln und werden häufig als „still“, „zurückhaltend“ und „ruhig“ beschrieben. Introversion ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Schüchternheit.


      B2T:

      Smash ist echt eine Ausnahme, was Gaming-Communities angeht. Ich selbst hab vor Smash andere Spiele wettbewerbsorientiert gespielt und an ESL-Turnieren teilgenommen. Das ganze wurde dann natürlich online ausgetragen und das Einzige, was man von seinen Team und Gegnern kannte, waren die Stimmen. In Onlinespielen werden Offlineturniere eigentlich exklusiv für Profi(team)s gehalten, wo man als "normaler Spieler" gar nicht teilnehmen kann. Man selbst hat dann halt online rumgedickt.

      In Melee muss man an Offlineevents teilnehmen und fremde Menschen persönlich treffen, um überhaupt Teil der competitive Szene zu werden. Dass das ein Problem für schüchterne Menschen ist, steht außer Frage.
      Ich selbst bin ein wenig schüchtern gegenüber fremden Menschen, weshalb es auch richtig strange war vor 2 Jahren auf ein SF zu fahren, wo lauter Fremde waren, die ich nur übers Internet gekannt hab. Trotzdem wollte ich unbedingt das Spiel richtig zocken, also war das für mich dann auch kein Problem.
      Menschen mit "anxiety-issues" würden das vielleicht nicht tun.
      Ich hab heut ein Interview mit GRsmash gesehen und er hat auch erzählt, wie er auf keine Turniere geht, wegen seiner Angst. Trotzdem ist er ein großer Teil der Community, den jeder kennt. Mit Netplay, Social Media, Twitch Chat und Foren ist es jetzt sicher einfacher in die Community zu gelangen.
    • Mich hat die Smash-Community damals aus einem sozial-abgegrenzten Loch herausgezogen und mich in meiner Charakterentwicklung gewaltig gestärkt.
      Ich denke, ich muss da nicht ins Detail gehen, aber es hat mir geholfen, aus mir rauszukommen, weil es in dieser Community einfach viel leichter ist.
      Man hat schon ein gemeinsames Interesse, das man mehr oder weniger exzessiv verfolgt. Wenn man ein bisschen nerdig aussieht, werden die Leute nicht sofort ausfallend oder sind in diesem Punkt wesentlich toleranter als außerhalb so eines Events. Zumindest war das meine Erfahrung.
      Es hat mir auf jeden Fall zu meinen Teenager-Jahren geholfen, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen und Leute anzusprechen.
      Heute ist mein altes Ich nur noch ein verblasster Schatten meiner heutigen Wenigkeit und das alles nur wegen paar Leuten, die ein Spiel so sehr lieben wie man selbst.
    • Also die SmashCommunity hilft eindeutig bei dem Thema.Das seh ich ziemlich gut an mir selbst, wenn auch nur mit Einschränkungen.
      Ich hab ziemliche Probleme im Leben/SozialenUmfeld allgemein seit längeren,kaum noch wirkliche RL kontakte und war/bin schon immer eine sehr zurückhaltende Person.
      Aber hier einmal meine kurze Bio zu dem Thema:
      Ich hab ungefähr vor etwas über einen Jahr wieder angefangen Melee zu zocken, nachdem ich halt die SmashDoku gesehen hab usw.
      Hab mir nen Twitter gemacht und folge seitdem dort ziemlich vielen Smashern.
      Dann gibt es halt die AnimeCon die ich monatlich in Dortmund besuche, welche einen Gamesroom hat, wo ich dann auch angefangen habe dort zu zocken.
      Klar es ist nicht das größte, aber zuvor war die Con für mich einfach irgendwo auch ne Qual.
      Das ging soweit, das ich sogar einmal quasi 3 meter davor einfach umgedreht und wieder nach hause gefahren bin x'D
      Der Anfang mit den anderen dort war halt schon nicht so easy und wirklich ,,teil'' der Community bin ich auch noch nicht, aber man lernt halt mit der Zeit die gesichter der Leute kennen.Man zockt, versucht sich zu helfen, bekommt Respekt etc...
      ich hab auch wieder einen gewissen ehrgeiz bekommen, den ich schon länger nicht mehr hatte x'D
      Letztend monat war ich sogar auf nen Turnier in Wuppertall, wo ich zwar nur mit einen friendlies gezockt habe, aber man kommt halt raus, was für mich, der inzwischen fast nur noch @ home gammelt und versucht aus dem eigenen Tief zu kommen, schon was bedeutet.
      Kurz gesagt:Ich denke, das die breite Präsenz die , die Community hat es einfach jedem ermöglicht sich langsam aber sicher einzubringen und das in einen Tempo ,wie jeder es für sich selbst für richtig hält.
      Ansonsten halt kA.. ich bin grade eher in dieser ,,Re-Sozialisierungsphase'' drinne, als sie beendet zu haben O:
    • Smash hat mein Leben in dem Bereich schon ziemlich stark verändert. Ganz früher war ich eigentlich beliebt und normal, aber dann ist einfach irgendwas passiert und ich wurde für ca. 4 Jahre der ultimative Spast, ich hasse es heute einfach wie ich mich in der zeit verhalten hab. Das ganze hat sich langsam geändert nachdem ich auf meinem ersten Turnier war und richtig erst nachdem ich in 6 Wochen auf 3 Turnieren war und da auch mal Ice getroffen hat. Ich weiß nicht wieso, aber Ice Auftreten, Verhalten und Aussehen haben mich irgendwie dazu motiviert ihn ein Stück weit nachzuahmen und mich zu ändern, so komisch das auch klingt. Ich denke es ist mir seitdem gelungen ein freundlicherer, ruhigerer, offenerer Mensch zu werden, der gut mit so ziemlich allen Leuten auskommen kann. Allerdings habe ich dadurch auch ein ziemliches Problem gekriegt. Ich fühle mich oft als würden mich die Leute, die ich heute als Freunde ansehe, nicht unbedingt genauso sehen, was mich teilweise echt runterzieht und ich weiß nicht wirklich, was ich dagegen machen soll.
    • Mir hat Smash damals geholfen, wenngleich es auch Schwierigkeiten gab.
      Ich weiß dass einige Leute mir Schwierigkeiten gemacht haben, weil ich anders bin als andere - auf der anderen Seite habe ich aber auch Leute gesehen die selber eine Macke hatten, aber ich will nicht ins Detail gehen..

      Ich habe einige richtig coole Leute kennengelernt. Ich glaube ohne Smash hätte ich so geile und aufmerksame Leute wie Lazor, Gogeta, Stiv und andere niemals kennengelernt und obwohl wir uns offline eigentlich nicht (mehr) sehen, halte ich die Erinnerungen in meinem Herzen und wir werden uns bestimmt eines Tages sehen und werden abends Pizza im Regen essen!
    • RIP Sozialkompetenz :Kappa:

      Ne, ist bei mir aber auch so. Ich wage mal zu behaupten, dass Smash mein gesamtes Leben geprägt und verändert hat.
      Derzeit ist Smash sogar der größte Teil meines Lebens, durch das ganze streamen.

      Ich weiß, dass ich früher ein ziemlich egoistischer Arsch war, aber dass ich mich auch schon stark verändert habe, allerdings auch immer noch einen weiten Weg vor mir habe.

      Das Gezwungen sein, mit anderen Menschen aus zu kommen, mit 100 Anderen im selben Raum zu schlafen, hilft bei der Sozialentwicklung ungemein.
      Ich finde auch, dass meistens die Jenigen im Internet vermehrt negativ auffallen, auch die Jenigen sind, die nie auf Events kommen und nur Zuhause sitzen.
    • Ich kann nicht viel neues zu dem Thema beitragen, möchte aber trotzdem ein paar Zeilen schreiben (Hand aus Herz, wer erzählt nicht gerne von sich).
      Da ich seit November ein Jahr lang aktiv ein Teil der Szene bin wollte ich zu dem Thema sogar einen Blog schreiben, der bisher nicht fertig geworden ist und jetzt auch liegen bleiben kann. Finde es deswegen sehr schön, dass beld das Thema mal aufgreift ;)
      Vor Smash hatte ich zwar einen festen Freundeskreis, habe mich aber als ich mit 17 ausgezogen bin immer mehr von allem distanziert und einen bedingungslosen Hass auf alle Mittzwanziger entwickelt (der Social Media anhängige, Urlaub auf Malle machende, "ich Reiß mir einfach den Arsch auf und mach Karriere"-Typ). Meine Zeit habe ich dann hauptsächlich mit Gras und League of Legends verbracht und habe in der Zeit gewisse soziale Ängste entwickelt die ich jetzt erst wieder loswerde. Dank Smash weiß ich, dass es mehr als nur eine Handvoll gleichgesinnter in meiner Generation gibt und dass auf Fremde zuzugehen sich auch lohnen kann. Anstatt jetzt jedes Wochenende in ein Mikrofon zu sprechen und mich über ein
      Videospiel und mein Leben aufzuregen reise ich jetzt quer durchs Land und liebe das Spiel das ich spiele sowie die Community dahinter mehr und mehr. Falls das noch nicht genug geschleime war möchte ich an dieser Stelle nochmal danke an alle sagen, die mich so nett empfangen haben :)
      Diggiiii

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von xPhil ()